ZUSAMMENFASSUNG - QUANTIFIZIERUNG AUFGENOMMENER BEUTEFISCHE AUS DEN FAECES (SPRAINTS) DES EURASISCHEN FISCHOTTERS (LUTRA [UTRA L. 1758, MUSTELIDAE)-DIPLOMARBEIT

Mit insgesamt drei Fütterungsversuchen im Tierpark Hellabrunn (München) wurde der Frage nachgegangen, ob es möglich ist aus der Faeces (Spraints) von Fischottern auf die Anzahl gefressener Beutefische zu schließen. Dabei wurde zunächst aus den unverdaulichen Hartteilen von Fischen mit den Wirbeln ein im Sinne der Fragestellung geeignetes Merkmal ausgewählt. Darauf basierend wurde ein Konzept erarbeitet, das aus der Masse der in Spraints pro Sammelintervall gefundenen Wirbel(teile) über einen Korrekturfaktor und einen Wirbelindex auf die Anzahl gefressener Beutefische zurückrechnet. Die Wirbelindices wurden für Cypriniden, Pereiden und Esociden aus Wirbelsäulenpräparationen ermittelt, wobei Fische aus der Oberlausitzer Teichlandschaft verwendet wurden. Für Cypriniden konnte aus den Fütterungsversuchen ein Korrekturfaktor ermittelt und eine Korrelation zwischen Wirbelmasse pro Sammelintervall und der Anzahl gefütterter Fische auf signifikantem Niveau nachgewiesen werden (rs = O,8729; N = 8; p < O,01; zweiseitig). Daneben wurde als zweites Standbein zur Verifizierung ein aus allen unverdaulichen Hartteilen eines Fisches ermittelter Bezugswert in einem weiteren Fütterungsversuch erarbeitet. Beide vorgeschlagenen Verfahren können auf die jeweils in einem Untersuchungsgebiet angetroffenen Gegebenheiten adaptiert werden und auch saisonale Schwankungen des Beutespektrums berücksichtigen. Die Auswahl der Hartteilkategorien und die beiden Verfahren werden diskutiert sowie Empfehlungen zu ihrer Anwendung gegeben.